Es war eine der größten Entscheidungen meines Lebens. Alle um mich herum plädierten für Sicherheit – alleinerziehende Mutter, Verantwortung für zwei Töchter, krank und schwerbehindert. Scheinbar hatte ich alles richtig gemacht.
Weiterlesen
Aber ich war innerlich unzufrieden. Nach so vielen Jahren hatte ich die letzte Entgeltstufe erreicht – keine berufliche oder finanzielle Weiterentwicklung mehr. Dabei lag noch fast die Hälfte meines Arbeitslebens vor mir. Naja, dann habe ich eben gekündigt. Denn seit Jahren ging mir dieses eine Projekt einfach nicht mehr aus dem Kopf …
Zunächst wollte ich ja alles richtig lernen, also versuchte ich über das Arbeitsamt eine Umschulung zur Fachinformatikerin zu erhalten. Die Sachbearbeiterin war aber anderer Meinung und lehnte zunächst ab. In der Zwischenzeit wollte ich mich natürlich schon so weit wie möglich vorbereiten und begann bereits damit, ein bisschen ins Programmieren reinzuschnuppern.
Ich kaufte mir ein Anfängerbuch fürs Programmieren, das ich am 1. März 2025 zum ersten Mal aufschlug. Wochen vergingen und ich büffelte mit dem Buch vor mich hin: Variablen, If-Anweisungen, Schleifen usw.
Weil ich ziemlich hartnäckig bin, habe ich natürlich nach der ersten Ablehnung nicht lockergelassen und noch zwei weitere Anläufe bei meiner Sachbearbeiterin unternommen, die leider auch mit einer Ablehnung endeten.
Naja, wie soll ich das beschreiben. Als ich dann die letzte Abfuhr erhielt, war ich schon ziemlich genervt, und da entschied ich mich, das zu überspringen und mein Projekt eben ohne Umschulung durchzuziehen.
Anfang August war es dann so weit – ich hatte mir bei der IHK einen Termin für die Erstberatung zur Selbständigkeit geholt und durfte das erste Mal auf dem Rechner mein Projekt zeigen. Ich war so super aufgeregt, ich konnte kaum die Maus richtig bedienen, weil meine Hände so zittrig und schwitzig waren. Ja, ich hatte super viel Angst davor.
Frau Gopp, die Gründungsberaterin, war so nett und wirklich begeistert, wie weit ich bereits mit der Entwicklung war. Sie informierte direkt ihren Kollegen, den Experten für Gesundheitsfragen, um ein Gespräch für mich zu vereinbaren. Er brachte mich wiederum mit einer Projektleiterin aus einem Gründerzentrum zusammen und sagte mir, dass ich unbedingt zum MDR-Forum – einer Veranstaltung rund um die europäische Medizinprodukte-Verordnung – gehen soll.

Von da an war nichts mehr, wie es vorher war …

