N=1 – Meine Reise

Vorwort
Liebe Leserin, lieber Leser,
bevor du hier weiterliest, möchte ich kurz innehalten:
Wenn du diese Zeilen liest, begegnest du mir in erster Linie als Mensch, als Mutter und als jemand, der selbst mit Typ-1-Diabetes lebt – und nicht in der Rolle einer distanzierten Unternehmenssprecherin.
Auf dieser N=1-Seite erwarten dich keine vorgefertigten Marketing-Texte oder Werbeversprechen. Ich möchte hier schlicht und ergreifend meine ganz persönlichen Erfahrungen, Höhen, Tiefen und Erkenntnisse als Betroffene mit dir teilen.
Ich möchte dir transparent erzählen, warum Diabakus für mich ein absolutes Herzensprojekt ist, welche Vision mich antreibt, und dich auf dieser Reise mitnehmen. Denn ein Alltag mit Diabetes ist ein Weg, den wir am besten gemeinsam meistern.
Um zu verstehen, warum ich tue, was ich tue, möchte ich meine eigene Geschichte mit dir teilen. Eine Geschichte, die nicht im Labor oder am Schreibtisch begann, sondern in den schwersten Wochen meines Lebens.
Schön, dass du da bist.
Janina
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Der Wendepunkt

Bild: KI-generiert Im Frühjahr 2011 geriet meine Welt innerhalb von nur acht Wochen völlig aus den Fugen. Zweimal musste ich um das Leben meiner Töchter bangen.
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Erst kämpfte meine Große mit einer schweren Lungenentzündung, dann überlebte meine zweite Tochter nur knapp ihre Geburt. Kurz darauf hörte sie auf zu atmen und erlitt eine schwere Hirnblutung. Niemand konnte mir sagen, ob sie überleben würde.
Diese Angst, das Liebste auf der Welt zu verlieren, verändert einen für immer.
Knapp zwei Jahre später erhielt ich die Diagnose Typ-1-Diabetes. Ich kämpfte mich durch den Alltag – mal wütend, mal rebellisch, mal resigniert.
Doch der wahre Wendepunkt kam 2016 mit meiner Trennung. Der Kontakt der Kinder zum Vater brach schlagartig ab und plötzlich trug ich die alleinige Verantwortung für zwei kleine Mädchen (4 und 7 Jahre).
Es war niemand mehr im Haus, der mir im Notfall bei einer schweren Hypoglykämie (Unterzuckerung) helfen könnte. Sollte ich ihnen wirklich zeigen, wie sie mir bei Bewusstlosigkeit die Notfallspritze geben?
Da saßen sie nun – zwei kleine Seelen, deren Welt gerade völlig durcheinander war und ich ihr einziger Halt. Aber ihnen diese emotionale Last aufzubürden, auch mich verlieren zu können?
Nein. Ich wusste nur zu gut, wie sich diese unbeschreibliche Angst anfühlt. Meine Kinder hatten bereits genug verloren. Ich wollte ihnen nicht auch noch die Angst zumuten, ihre Mama verlieren zu können.
Ab diesem Moment konnte ich nicht mehr gegen den Diabetes rebellieren. Ich durfte ihn nicht mehr ignorieren, sondern musste ihm immer einen Schritt voraus sein. Mein eigener Experte werden, meinen Körper verstehen und Wege finden, mein Leben so sicher wie möglich im Griff zu haben.
Aus diesem stillen Versprechen an meine Töchter und dem Wunsch nach Sicherheit entstand Jahre später das Projekt Diabakus.
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Und auf einmal war nichts mehr, wie es vorher war

Bild: KI-generiert Es war eine der größten Entscheidungen meines Lebens. Alle um mich herum plädierten für Sicherheit – alleinerziehende Mutter, Verantwortung für zwei Töchter, krank und schwerbehindert. Scheinbar hatte ich alles richtig gemacht.
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Aber ich war innerlich unzufrieden. Nach so vielen Jahren hatte ich die letzte Entgeltstufe erreicht – keine berufliche oder finanzielle Weiterentwicklung mehr. Dabei lag noch fast die Hälfte meines Arbeitslebens vor mir. Naja, dann habe ich eben gekündigt. Denn seit Jahren ging mir dieses eine Projekt einfach nicht mehr aus dem Kopf …
Zunächst wollte ich ja alles richtig lernen, also versuchte ich über das Arbeitsamt eine Umschulung zur Fachinformatikerin zu erhalten. Die Sachbearbeiterin war aber anderer Meinung und lehnte zunächst ab. In der Zwischenzeit wollte ich mich natürlich schon so weit wie möglich vorbereiten und begann bereits damit, ein bisschen ins Programmieren reinzuschnuppern.
Ich kaufte mir ein Anfängerbuch fürs Programmieren, das ich am 1. März 2025 zum ersten Mal aufschlug. Wochen vergingen und ich büffelte mit dem Buch vor mich hin: Variablen, If-Anweisungen, Schleifen usw.
Weil ich ziemlich hartnäckig bin, habe ich natürlich nach der ersten Ablehnung nicht lockergelassen und noch zwei weitere Anläufe bei meiner Sachbearbeiterin unternommen, die leider auch mit einer Ablehnung endeten.
Naja, wie soll ich das beschreiben. Als ich dann die letzte Abfuhr erhielt, war ich schon ziemlich genervt, und da entschied ich mich, das zu überspringen und mein Projekt eben ohne Umschulung durchzuziehen.
Anfang August war es dann so weit – ich hatte mir bei der IHK einen Termin für die Erstberatung zur Selbständigkeit geholt und durfte das erste Mal auf dem Rechner mein Projekt zeigen. Ich war so super aufgeregt, ich konnte kaum die Maus richtig bedienen, weil meine Hände so zittrig und schwitzig waren. Ja, ich hatte super viel Angst davor.
Frau Gopp, die Gründungsberaterin, war so nett und wirklich begeistert, wie weit ich bereits mit der Entwicklung war. Sie informierte direkt ihren Kollegen, den Experten für Gesundheitsfragen, um ein Gespräch für mich zu vereinbaren. Er brachte mich wiederum mit einer Projektleiterin aus einem Gründerzentrum zusammen und sagte mir, dass ich unbedingt zum MDR-Forum – einer Veranstaltung rund um die europäische Medizinprodukte-Verordnung – gehen soll.

Mein erstes MDR-Forum (9. MDR-Forum 2025) Von da an war nichts mehr, wie es vorher war …
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Ein Jahr später
Hier begann es also. Ich hatte unheimlich viel Angst – gerade weil ich „Quereinsteigerin“ war und ganz alleine dort aufschlug. Ich habe so viele neue Menschen kennengelernt und war völlig überwältigt. Einer von ihnen war Chris.
Ein Jahr später waren wir Partner – und das 10. MDR-Forum war für uns beide natürlich Pflicht 😊

9. MDR-Forum, 2025 
10. MDR-Forum, 2026 -
Warum wir das nur gemeinsam schaffen

Bild: KI-generiert Wir alle wissen: Diabetes ist individuell. Was bei dem einen funktioniert, lässt den Blutzucker des anderen völlig ausrasten. Jeder Tag ist anders, jeder Körper reagiert auf seine Weise. Genau deshalb ist diese Seite auch mein ganz persönliches „Tagebuch“ – und ein Ort für N=1-Experimente, eigene Beobachtungen, Erkenntnisse und Fortschritte.
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So einzigartig auch jeder von uns ist: Wir unterliegen alle denselben biochemischen und physikalischen Gesetzen. Die Grundlagen der Wirkungsweisen, die Herausforderungen im Alltag, das ständige Mitdenken-Müssen – diese Muster teilen wir alle.
Ich habe begonnen, meine gesamte Diabetes-Erfahrung seit 2013, meine Intuition und alles, was ich mir in schwierigen Momenten an Unterstützung gewünscht hätte, zu bündeln. Mein eigenes „Diabetes-Ich“ zu digitalisieren und in eine Software zu gießen. Eine digitale Begleitung, wie ich sie mir selbst gewünscht hätte: eine, die im Hintergrund mitdenkt und mir endlich wieder den Freiraum lässt, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Meine Diagnose bekam ich mit 33 Jahren. Ich kenne das Leben als gesunder Mensch und das Leben mit Diabetes. Mein größter Wunsch ist es, wieder ein Stück von der Unbeschwertheit zurückzugewinnen, die ich vor meiner Diagnose kannte. Und mein Ziel ist es, dies weiterzugeben, denn niemand von uns sollte das Rad immer wieder neu erfinden müssen.
Genau hier kommst du ins Spiel.
Mein eigenes Diabetes-Ich war der Startpunkt. Um etwas zu schaffen, das nicht nur mir hilft, reicht das aber nicht aus. Wir müssen die feinen Stellschrauben verstehen, die jeden von uns unterscheiden.
Dafür brauche ich deine Erfahrungen: Wie reagiert dein Körper auf Pizza, auf Sport, auf Stress? Was hat bei dir funktioniert – und was gar nicht? Jede dieser Geschichten hilft uns, die Muster zu verstehen, die wir alle teilen. So wird aus meinem N=1 ein Wir – von Betroffenen für Betroffene.
Wenn du Lust hast mitzumachen, schreib mir einfach eine Mail an mitmachen@diabakus.com – ich melde mich bei dir.
Ich freue mich auf dich! ❤
